Shorebreak Moliets 2008 – mein Urlaub im Wavetours Surfcamp
Hallo zusammen,
hab ja schon ewig nichts mehr gebloggt. Aber diesmal habe ich super Alibi: Ich war im Urlaub!! Zwei Wochen Wellenreiten in Moliets et Maar an der französischen Atlantik-Küste. Es war ein traumhaft schöner Urlaub.
Aber eins nach dem anderen. Am 30.8. sind wir – 18 Studis der Mainzer Uni – in zwei VW Bussen von Mainz nach Moliets aufgebrochen. Wir sind die Nacht durchgefahren und morgens auf dem Campingplatz an der Küste inmitten von Pinien angekommen. Ich habe bestimmt seit 15 Jahren keinen Urlaub mehr im Zelt verbracht. Direkt am ersten Tag sind wir mit den Brettern ins Meer.
An meinem Geburtstag (2.9.) konnte ich schon auf dem Brett stehen. Es ist ein gigantisches Gefühl, auf dem Brett zu stehen und über das Wasser zu schweben.. Der ganze Aufwand – lange Anreise (16 Stunden), Schlafen im Zelt bei Regen, Brett zum Strand schleppen – das alles löst sich in dem Moment auf, wenn man auf dem Brett steht und die Zeit für einen Moment stehen bleibt.
In der ersten Woche hatten wir Schaumwalzen-Training. Das bedeutet, wir warteten im seichten Wasser auf bereits gebrochene Wellen, paddelten sie an und surften darauf. Jeder Fortgeschrittene wird jetzt vielleicht grinsen, aber es macht trotzdem Spass. In der zweiten Woche haben wir uns dann die grünen Wellen vorgenommen, also diejenigen, die noch nicht gebrochen sind. Die haben viel mehr Schubkraft und es ist noch viel aufregender, darin zu surfen.
Der Surfkurs im Wavetours-Camp war richtig gut. Wir hatten ausführlichen Theorie-Unterricht, in dem ich echt viel dazu gelernt habe, und auch der praktische Unterricht am Strand war sehr hilfreich. Die Surflehrer waren sehr motiviert und haben sich mit uns gefreut, wenn wir mal eine Welle erwischt haben.
Das Leben auf dem Campingplatz war auch schön. Ganz unkompliziert habe ich viele neue Leute kennen gelernt. Das Highlight war natürlich jeden Abend das Essen von Tommy, dem Koch. Er hat uns verwöhnt mit einer kulinarischen Weltreise: Jeden Tag ein Gericht aus einem anderen Land. Und hungrige Surfer freuen sich sowieso über gutes Essen
Das Wetter: Oh ja, es war nass. Ich weiß nicht so genau, wann ich eigentlich so braun geworden bin. Und ich bin echt super braun geworden. Okay, ich gebe zu, ab und an hat auch die Sonne geschienen. Aber es gab auch Tage wie diesen: Morgens um 6 wache ich davon auf, dass Regen auf unser Zelt prasselt. Ich schmeiß die Taschenlampe an und schaue nach, ob ein Fluss durch das Zelt läuft. Tut er nicht, sehr gut, dann kann ich ja noch ne Runde schlafen. Beim Frühstück – Regen, die Handtücher – alle nass. Im Regen zum Strand, rein ins Wasser – durch den Regen nach Hause, duschen, im Regen zu Abend essen. Alles nass, den ganzen Tag. Aber wie gesagt, wir hatten auch ein viele Sonnenstunden, die ich dann umso mehr genossen habe. Außerdem war es das Wert.
Sobald ich mein Brett auf das Wasser gelegt habe, habe ich alles um mich herum vergessen. Ich habe mich voll und ganz auf das Meer und die Wellen konzentriert. Bin rausgepaddelt, hab geschaut, welche Welle ich am besten nehmen könnte. Dann habe ich sie gesehen. Die Welle der Wahl
Ich hab mich auf dem Brett rumgedreht, hingelegt und angefangen zu baddeln. In diesem Moment habe ich mein Herz klopfen gehört – sonst nichts. Dann dieses Kribbeln im Bauch, wenn die Welle immer näher kommt. Leichte Panik – paddeln!! Dann geht alles ganz schnell. Wie ich aufstehe, weiß ich bei geglückten Take-offs hinterher nicht mehr. Das nächste was ich sehe, ist das Wasser, über das mein Brett gleitet und ich höre die tosende Welle hinter mir. Dann ist es vorbei, ich liege im Wasser und bin glücklich.
So ist Wellenreiten.
Natürlich bin ich in den zwei Wochen nicht zum perfekten Surfer geworden. Ich bin kleine Wellen gesurft, auf einem riesigen Anfänger-Brett, ohne spannende Manöver. So ist das eben als Anfänger. Aber es ist etwas viel besseres passiert: Ich will mehr. Es hat irgendwie Klick gemacht und ich will jetzt unbedingt noch mehr davon haben. Ich werde garantiert wieder surfen gehen. Blaue Flecken, Angst vor zu großen Wellen, jede Menge Salzwasser, immer ein bisschen Panik, beim Wipe-out vom Brett getroffen zu werden – das alles ist nebensächlich, weil es einfach so viel Spass macht. Und der beste Surfer ist ja bekanntlich der, der am meisten Spass hat!








